Melancholie I


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Aufbruchstimmung, der letzte Besucher verabschiedete sich, ein schales Gefühl im Bauch blieb zurück. Unwirklich, die Verabschiedung, die anschließende zurückbleibende Leere. Ein Leben allein, ein Gefühl, das in den letzten Stunden mich die Geselligkeit vergessen ließ. Wertvolle Stunden lagen hinter mir, Stunden, die ich nie und nimmer missen möchte. Ein volles Haus, Gelächter, Gespräche und Gemeinsamkeit, ein perfekter Tag, voll freudiger Vorbereitung, die Feier als krönender Abschluss. Doch wie jeder Tag endete auch dieser. Für die Anderen bedeutete dies aufbrechen, zurückkehren in ihr Heim, für mich jedoch zurückbleiben. Scheinbar plötzlich saß ich alleingelassen am Tisch und starrte auf die leeren Gläser, so leer wie mein Innerstes. Lange betrachtete ich die Relikte des Abends. Dann räumte ich auf.

Zurück dachte ich, an die Abende, die ich allein in der Wohnung verbrachte und die Einsamkeit nicht spürte, nicht einmal dachte. Von einer Realität in die andere gezogen, so schien es mir.

Ich blies die Kerzen aus.

Die Stille verbreitete ein dumpfes Gefühl, das ich am nächsten Tag schon vergaß.

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Eine Antwort zu Melancholie I

  1. fridakopp schreibt:

    Das Gefühl der Leere, nach einem Besuch, nach angeregten und anregenden Gesprächen, das kene ich auch. Da ist ja auch innerlich was zu sorieren. Sacken lassen…. zur Ruhe kommen…
    Aber eigentlich bin ich gern allein.

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