Selbstbewusstein oder sich seiner Selbst-Bewusst-Sein?


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Die „graue Maus“, wer kennt sie nicht?

Ja, genau, diese kleinen verschüchterten Persönchen, die sich in der Ecke drücken, allein auf der Bank sitzen bleiben und mit verkniffenem Gesicht die Szenerie beobachten, statt daran teilzunehmen. Die gedeckten, unauffälligen Farben und die langweiligen Schnitte ihrer Kleidung sprechen Bände.

Der Charismatische, wie sehr wird er doch bewundert. Strahlend, immer aufrecht beherrscht er seine Umgebung.

 

Das sind Äußerlichkeiten.

Die Oberfläche, die zu vielen Vorurteilen führt.

 

Kurzfristig haben es strahlende Sterne sicherlich leichter. Langfristig gesehen sagt das jedoch nichts darüber aus, wie glücklich, zufrieden und erfolgreich der betreffende Mensch wird.

 

So, nun genug der Klischeepflege.

 

In Wahrheit schlummern in uns sowohl die graue Maus, als auch der Liebling der Götter. Welche Seite wir nach außen tragen, hängt von der eigenen Biographie und den damit verbundenen Überlebensstrategien zusammen.

 

Öffnen wir doch mal die Tür zu unserem Innersten und schauen einen Moment hinein. Hinter dieser Tür finden wir nicht nur Sonnenschein, sondern auch viele dunkle Winkel und verstaubte Ecken. Wut, Verzweiflung, Ärger, Angst, Kummer geben sich ein Stelldichein. Nicht nur andere Menschen haben auf unserem Selbstbewusstsein herum getrampelt, nein, unsere eigenen Nöte sorgen auch noch dafür.

Was machen wir denn jetzt mit unseren dunklen Flecken? Sollen wir sie verleugnen, verdrängen?

Nein, sie sind wichtige Gefühle, die unsere Lebenserfahrung ausmachen. Natürlich verursachen sie unsagbaren Schmerz, den wir so schnell wie möglich loswerden wollen. Wir lenken uns ab, versuchen sie beiseite zu schieben, sprechen ihnen ihre Existenzberechtigung ab. Dennoch köcheln und brodeln sie in uns weiter, bis der Deckel durch den Druck vom Topf fliegt.

Seelenschmerzen sind unsere Begleiter, sie müssen ausgelebt werden dürfen. Nur so kann man sie verarbeiten und einen Lösungsweg finden. Nur auf diese Weise lernt man, seine Narben mit Stolz vor sich herzutragen, die vielleicht dann auch anderen Menschen Signale geben, dass sie nicht allein sind. Genau dies fehlt am meisten: Menschen, an die man sich vertrauensvoll wenden kann, die helfen, den richtigen Weg aus dem Schmerz heraus zu kommen.

 

 

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